Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkarzinom : Krankheit

Behandlung



Die wichtigste Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms ist die Operation. Vorteilhaft erfolgt die Schilddrüsenoperation in einem Zentrum, das auf Schilddrüsenchirurgie spezialisiert ist.

Mehrheitlich ist eine hochdosierte Radiojodtherapie ein weiterer Behandlungsschritt.

Nachfolgend ist eine lebenslängliche Behandlung mit Schilddrüsenhormon erforderlich.

Selten beinhaltet der Behandlungsplan eine Strahlentherapie von außen (externe Radiatio).

Operation

Die Operation besteht meist in der praktisch vollständigen Entfernung der Schilddrüse und der angrenzenden Lymphknoten.

Bei einem papillären Karzinom mit einer Ausdehnung unter einem Zentimeter (unifokales papilläres Mikrokarzinom) reicht die Entfernung des Schilddrüsenlappens in dem sich der Knoten befindet.

Die Risken der Operation bestehen:

  • im allgemeinen Operations- und Narkoserisiko,
  • einer Stimmbandlähmung und
  • einer Störung des Kalziumstoffwechsels.

Das allgemeine Operations- und Narkoserisiko ist durch eine genaue Untersuchung vor der Operation und entsprechende Operationsvorbereitung verschwindend gering.

Die Gefahr einer dauerhaften Stimmbandlähmung beträgt in einem Schilddrüsenchirurgischen Zentrum weniger als 2% bei der ersten Operation, ist jedoch bei Folgeoperationen höher.

Dauerhaft erniedrigte Kalziumwerte als Zeichen einer operationsbedingten Schwäche der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) treten in einem chirurgischen Zentrum ebenfalls in weniger als 2% der operierten Patienten auf.

 

Autoren

 


Radiojodtherapie

Bei der hochdosierten Radiojodtherapie werden die nach der Operation verbleibenden Zellen durch Jod-131 zerstrahlt. Das Jod-131 wird in Form einer Kapsel einmal geschluckt.

Nach der operativen Entfernung der Schilddrüse gelangen die Patienten in eine Schilddrüsen-Unterfunktion mit hohen TSH-Werten.

Die Aufnahme von radioaktivem Jod in verbleibenden Zellen wird durch einen hohen Thyreotropinspiegel (TSH >50mU/L) gefördert.

Ferner ist eine jodarme Ernährung von Bedeutung, um eine Jodverarmung im Körper zu erreichen (Harnjodidausscheidung: <120µg/g Kreatinin). So wird möglichst viel von dem verabreichten radioaktiven Jod aufgenommen.

Ungefähr 4 Wochen nach der Schilddrüsenoperation ist ein genügend hoher TSH-Spiegel im Blut erreicht.


Patienten-
bericht


Während dieser Zeit ist es sehr wichtig darauf zu achten

  • mit der Nahrung möglichst wenig Jod zuzuführen,
  • kein Röntgenkontrastmittel verabreicht zu bekommen und
  • keine jodhältigen Medikamente einzunehmen



Jodgehalt Nahrung


Jodgehalt Medikamente


Aus Strahlenschutzgründen sind die Patienten während der Radiojod-Therapie an einer speziellen Therapiestation aufzunehmen.

Je nach Größe der Restschilddrüse bleiben die Patienten 3-7 Tage in einem Therapiezimmer isoliert.

In der Zeit vor der Radiojodtherapie besteht eine Schilddrüsenunterfunktion, die jedoch für die Durchführung der Behandlung erforderlich ist. Als Folge der Schilddrüsenunterfunktion können Beschwerden auftreten wie:

  • vermehrte Müdigkeit,
  • Stuhlverstopfung,
  • Kältegefühl,
  • Gewichtszunahme und
  • Depression beobachtet werden.
  • Das Interesse an alltäglichen Dingen kann verloren gehen,
  • die Haut im Gesicht ist vermehrt gespannt und
  • die Finger sind geschwollen.
 

Andere Erkrankungen, wie eine Herzschwäche, ein Bluthochdruck, eine Zuckerkrankheit oder Nervenerkrankungen können sich verschlechtern und schwerer behandelbar werden.

Bei bestimmten Schilddrüsenkarzinomen wie beim unifokalen papillären Mikrokarzinom, medullären und undifferenzierten Karzinom ist die Durchführung einer hochdosierten Radiojodtherapie nicht erforderlich.

Schilddrüsenhormonbehandlung

Unmittelbar nach der hochdosierten Radiojodtherapie wird mit einer Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie begonnen.

Die Menge an Schilddrüsenhormon wird so gewählt, dass der zentrale Regelfaktor für Schilddrüsengewebe, das Thyreotropin (TSH), in seiner Funktion unterdrückt wird - um allfällige Wachstumsreize auf Schilddrüsengewebe zu minimieren - (bei Blutuntersuchungen zeigt sich ein maximal erniedrigtes TSH) und die Schilddrüsenhormone im Normbereich sind.

Die Schilddrüsenhormon-Tabletten müssen 15 bis 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden, um eine gute Aufnahme durch den Darm zu erzielen.

Bestrahlung von außen

Die Bestrahlung von außen (externe Radiatio) ist nur bei wenigen Patienten mit fortgeschrittenen Tumorstadien erforderlich.

Sie wird frühestens vier Wochen nach der Radiojodtherapie nach Erreichen einer normalen Schilddrüsenfunktion begonnen und dauert meist mehrere Wochen.

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Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkarzinom in Österreich
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