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Schilddrüsenkrebs: Neues Medikament erspart viel Leid

Die Kostenfrage ist leider noch nicht völlig geklärt . . .

Zum Glück ist Schilddrüsenkrebs nicht häufig - rund 500 Menschen in Österreich erkranken daran pro Jahr. Aber das Leid der Betroffenen ist groß. Ein neues Medikament kann jetzt die Lebensqualität entscheidend verbessern.

Nach operativer Entfernung der gesamten Schilddrüse ist bei den meisten Patienten eine hochdosierte Radiojodtherapie zur Heilung erforderlich. Dann ist die Prognose sehr gut. Ein gentechnisch hergestelltes Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Thyrogen) vereinfacht nun auch die Nachbetreuung beträchtlich.

Dazu Oberarzt Dr. Wolfgang Buchinger, Leiter der Schilddrüsenambulanz an der internen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eggenberg, dem Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen in der Steiermark: "Früher war es für die Durchführung von Szintigraphien (eine nuklearmedizinische Untersuchung zur Erkennung von Metastasen) erforderlich, das lebensnotwendige Schilddrüsenhormon mehrmals über einen Zeitraum von vier Wochen abzusetzen.

Eine ausgeprägte Schilddrüsenunterfunktion war die Folge und führte bei allen Patienten zu starken Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, langsamem Herzschlag und Depressionen.

Weiters bestand erhöhtes Risiko, dass sich Erkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit deutlich verschlechtern. Heute bleibt den Patienten diese Tortur erspart. Das Allgemeinbefinden ist bei den Nachsorgeuntersuchungen durch Gabe von Thyrogen nicht mehr beeinträchtigt."

Eine Patientin berichtet über ihren Fall: "Als noch kein Thyrogen verfügbar war, musste ich die Schilddrüsenhormontabletten für einen Monat lang absetzen. In dieser Zeit fühlte ich mich sehr matt, ständig müde und überhaupt nicht leistungsfähig. Ich hatte in dieser Phase keine Kraft, meinen Beruf auszugeben. Beinahe hätte ich damals meinen Job verloren."

Auf einmal gab es keine Beschwerden . . .

Bei der zweiten Untersuchung nach zwölf Monaten bekam die Frau Thyrogen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen vom praktischen Arzt injizert. Sie konnte die Medikamente weiter einnehmen und hatte keinerlei Beschwerden. Am dritten Tag wurde das Jod verabreicht und am fünften Tag konnte bereits die Ganzkörperszintigraphie erfolgen.

Die Nachsorgeuntersuchungen können nun zur Gänze ambulant durchgeführt werden. Zu Zeiten, als noch das Schilddrüsenhormonpräparat abgesetzt werden musste, waren die Patienten meistens drei Wochen im Krankenstand und eine Woche davon stationär im Krankenhaus.

Die Patienten müssen diese Vorteile jedoch teuer erkaufen. Zwei Thyrogeninjektionen, die für eine Untersuchung notwendig sind, kosten rund 1500 Euro! Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten noch nicht in allen Bundesländern zur Gänze. Dr. Wolfgang Buchinger: "Nur in der Steiermark und in Kärnten ist es uns bis jetzt gelungen eine für den Patienten passende Vereinbarung zu finden."

In den anderen Bundesländern wird daran noch gearbeitet. "Aufgrund der vielen Vorteile die sich durch Thyrogen ergeben, wird sicherlich bald in ganz Österreich eine optimale Lösung gefunden werden", meint Dr. Buchinger optimistisch.

Im Jahr 2000 wurde von der Steiermark ausgehend die Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkarzinom gegründet, die den betroffenen Patienten Unterstützung bei der Beschaffung von Medikamenten und bei Behördenwegen anbietet (Internet: www.selbsthilfegruppe.at). Herr Horst Lang, Obmann der Selbsthilfegruppe, ist telefonisch unter 0664 53 61 717 für weitere Fragen erreichbar.

Eine weitere Möglichkeit für den Erfahrungsaustausch im Internet bietet das Österreichische Schilddrüsenforum (www.schilddruesenforum.at).

Martin Kriegel
Leitung Dokumentation und Bildarchiv

Kronen Zeitung
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